
Wenn es um Sicherheit geht, ist dir bestimmt schon einmal der Begriff VPN (Virtual Private Network) begegnet. In öffentlichen WLAN-Netzen wird es empfohlen, für Streams aus dem Ausland ebenfalls. Bei Facebook, TikTok und anderen Plattformen gibt es immer wieder Werbung für VPNs. Aber was steckt dahinter und kann ein solches Netzwerk wirklich vor Hackern schützen? Brauchst du es als Privatperson überhaupt? Wir klären auf.
Was passiert ohne VPN im Internet?
Wenn du eine Website aufrufst, werden Daten zwischen deinem Endgerät und dem Seitenserver übertragen. Dazu gehören Suchanfragen, die Eingabe deiner Login-Daten oder auch Informationen über die besuchte Seite. Diese Daten gelangen über mehrere verschiedene Netzwerke durch das Netz.
In den meisten Fällen sind sie zwar verschlüsselt, in bestimmten Situationen haben Personen im gleichen Netzwerk aber die Möglichkeit, den Datenverkehr zu manipulieren oder auszulesen.
Besonders relevant wird das in offenen WLAN-Netzen, wie du sie am Bahnhof, am Flughafen oder auch in Cafés findest. In solchen Netzwerken sind viele unbekannte Geräte gleichzeitig aktiv und meist ist das Netz nicht mit einem Passwort geschützt. Mithilfe spezieller Programme haben Hacker ein leichtes Spiel, Datenströme zu analysieren und Schwachstellen im Netzwerk gezielt auszunutzen. Genau an dieser Stelle kommt das VPN ins Spiel.
Was macht ein VPN technisch?
Das Virtual Privat Network erzeugt eine verschlüsselte Verbindung zwischen deinem Gerät und einem speziellen Server. Ist die Verbindung aktiv, werden deine Internetdaten nicht mehr direkt über das lokale Netzwerk übertragen, sondern zuerst durch einen verschlüsselten Tunnel geschickt. Erst am VPN-Server verlassen sie diesen Tunnel und gelangen dann zu ihrem eigentlichen Ziel im Netz.
Für Außenstehende im Netzwerk sieht der Datenverkehr nur noch wie eine verschlüsselte Verbindung zu einem einzelnen Server aus. Welche Website du aufrufst oder welche Daten übertragen werden, ist schwerer zu erkennen.
Warum ist ein VPN in öffentlichen WLAN-Netzwerken sinnvoll?
In solchen offenen WLAN-Netzen bietet dir das VPN einen wichtigen Sicherheitsvorteil. Angreifer nutzen dort sogenannte Sniffing-Tools, mit denen sie den Datenverkehr im Netzwerk beobachten können. Wenn du in einem offenen WLAN-Netz ohne Schutz surfst, können Informationen sichtbar werden. Ein VPN erschwert den Angriff erheblich, weil der Datenverkehr bereits vor dem Verlassen deines lokalen Netzwerks verschlüsselt wird.
Typische Situationen, in denen dir ein VPN helfen kann:
- Bei der Nutzung von öffentlichem WLAN in Cafés oder Hotels
- Bei Arbeiten unterwegs mit dem Laptop oder Tablet
- Beim Zugang zu E-Mail-Konten oder Cloud-Diensten in fremden Netzwerken
- Beim Onlinebanking oder Login in wichtige Benutzerkonten
Der verschlüsselte Tunnel sorgt dafür, dass andere Geräte im gleichen Netzwerk den Inhalt deiner Datenübertragung nicht ausspähen können.
Versteckt das VPN die eigene IP-Adresse?
Ein weiterer Effekt des VPNs ist die Verschleierung deiner Herkunft im Internet. Normalerweise erkennt jede besuchte Website, von welcher Internetadresse die Anfrage gesendet wird. Diese Adresse lässt dann Rückschlüsse auf deinen Internetprovider oder auf den ungefähren Standort zu.
Wenn du ein VPN nutzt, erscheint für diese Website anstelle deiner IP-Adresse die des VPN-Servers. Deine echte Internet-ID bleibt verborgen.
Das schützt dich zwar nicht direkt vor Hackern, kann deine digitale Spur aber verwischen. Marketingtechnisches Tracking kann ziemlich nervig sein und mit einem VPN schützt du dich davor.
Welche Grenzen hat ein VPN?
Trotz aller Vorteile solltest du ein VPN nicht als kompletten Schutz vor Cyberangriffen sehen. Viele dieser Attacken passieren nicht auf Netzwerkebene, sondern auf anderen Wegen. Es werden Phishing-Mails oder manipulierte Downloads versendet und manchmal sind unsichere Passwörter schuld. Wenn du auf eine gefälschte Website reinfällst oder Schadsoftware installierst, kann dir auch ein VPN nicht helfen.
Wir empfehlen es dir, wenn du regelmäßig unterwegs bist, offene Netzwerke nutzt und sensible Daten über das Internet überträgst. Dann kann es deinen Computer, vor allem aber dein Smartphone oder Tablet und Laptop zusätzlich zu Anti-Viren-Software und umsichtigen Verhalten schützen.